Eisen, Stahl und Aluminium gehören zu den frühesten Prioritätsmaterialien im ersten Arbeitsplan der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR), den die Europäische Kommission am 16. April 2025 angenommen hat. Sie sind als intermediäre Produktgruppen gelistet - Materialien, die in unzählige Endprodukte einfließen, statt direkt zum Verbraucher zu gelangen - und der Arbeitsplan kennzeichnet den Eisen-und-Stahl-Rechtsakt als am weitesten fortgeschritten, indikativ bereits für 2026 erwartet, gefolgt vom Aluminium-Rechtsakt um 2027. Die Daten sind indikativ, keine rechtsverbindlichen Fristen: Der verbindliche Zeitplan entsteht erst, wenn der jeweilige metallspezifische delegierte Rechtsakt nach Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1781 veröffentlicht wird. Doch Metalle sind unter den DPP-Kategorien ungewöhnlich, weil die Daten, die der Pass verlangen wird, bereits für ein paralleles, rechtlich aktives Regime produziert werden - den EU-CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), dessen definitive Phase am 1. Januar 2026 begann und der Importeure von Eisen, Stahl und Aluminium bereits zur Meldung verifizierter eingebetteter Emissionen verpflichtet. Diese Konvergenz ist der strategische Kern des Metall-DPP: Die eingebetteten Kohlenstoff- und Materialzusammensetzungsdaten, die der ESPR-Pass verlangen wird, überschneiden sich stark mit den CBAM-Daten zu eingebetteten Emissionen, die Importeure ohnehin verifizieren - ein Metallhersteller, der das Pass-Datenmodell jetzt aufbaut, reduziert damit auch sein CBAM-Risiko. Der Metallpass ist im Kern ein Umweltdaten- und Rückverfolgbarkeitsproblem. Die Leitkennzahl ist der eingebettete (Cradle-to-Gate-)Kohlenstoff in kg CO2-Äquivalent je Tonne Stahl oder Aluminium, berechnet nach einer anerkannten Lebenszyklusmethodik und idealerweise belegt durch eine Umweltproduktdeklaration (EPD) nach EN 15804 und den einschlägigen Produktkategorieregeln. Darum herum liegen der Schrott- und Rezyklatanteil - der größte Hebel auf die CO2-Intensität eines Metalls, da Sekundäraluminium nur einen Bruchteil der Energie der Primärschmelze benötigt - sowie die Legierungsspezifikation und Rückverfolgbarkeit, die nachgelagerte Hersteller, Recycler und Marktüberwachungsbehörden brauchen. Dieser Pillar ist die Referenz für Verantwortliche in Nachhaltigkeit, Beschaffung und Compliance bei Stahlwerken, Aluminiumhütten und Walzwerken, Stahl-Service-Centern und den Importeuren, die fertige Metallprodukte auf den EU-Markt bringen und 2026 Plattformverträge unterzeichnen und eine Pass-Architektur brauchen, die die Metall-Rechtsakte erfüllt und zugleich CBAM speist.