Lieferketten-Tier-N-Sichtbarkeit
Elektronik-Lieferketten sind die fragmentiertesten unter allen regulierten Sektoren: Ein typisches Smartphone enthält Komponenten von mehr als 200 Lieferanten aus 40 Ländern. Der DPP verlangt von Herstellern, Lieferantendaten tief in der Wertschöpfungskette zu erfassen: Halbleiterfoundry und Assembly-Test-Anbieter je IC, PCB-Fertiger und Laminatlieferant, SMT- und THT-Bestücker, Kunststoffspritzer und Harzlieferant, Verpackungsverarbeiter und Tintenchemie. Realistisch ist ein gestuftes Modell: vollständige Offenlegung für Tier-1 (direkter Vertrag), aggregierte Offenlegung für Tier-2 und risikobasiertes Sampling für Tier-3 und tiefer, mit Konfliktmineralien-Sorgfalt 3TG (Verordnung 2017/821) als Untergrenze. Geschäftsgeheimnisschutz ist das umstrittenste Thema: Die ESPR-Rechtsakte werden gestuften Zugriff erlauben, bei dem sensible Felder nur für benannte Behörden sichtbar sind, während die Öffentlichkeit aggregierte oder qualitative Informationen sieht.
Gestufte Offenlegung mit kryptografischer Bindung im DPP, 3TG-Sorgfalt nach Verordnung 2017/821 als Mindeststandard, vertraglich verankerte Tier-2/3-Datenpflicht.

