Das Glossar zum Digitalen Produktpass.
Klare, verständliche Definitionen der Begriffe rund um den Digitalen Produktpass und die ESPR, die Ihnen am häufigsten begegnen. Jeder Eintrag beginnt mit einer Antwort in einem Satz und verweist auf einen ausführlicheren Leitfaden.
B
Batteriepass
Ein Batteriepass ist der Digitale Produktpass für eine einzelne Batterie und enthält deren eindeutige Identität, Chemie, CO2-Fußabdruck, Gesundheitszustand und Rezyklatanteil. Er ist ab dem 18. Februar 2027 für Industrie-, EV- und LMT-Batterien über 2 kWh gemäß der EU-Batterieverordnung vorgeschrieben. Jede Batterie trägt einen QR-Code, der zu ihrem Pass führt.
Mehr erfahren: Batteriepass-Lösung
C
CBAM
Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ist ein EU-Zoll auf die eingebetteten Emissionen importierter Waren wie Stahl, Aluminium, Zement und Düngemittel, der Carbon Leakage verhindern soll. Importeure müssen die eingebetteten Emissionen melden und ab 2026 entsprechende CBAM-Zertifikate kaufen. Die CO2-Daten hinter CBAM überschneiden sich direkt mit den CO2-Feldern des Digitalen Produktpasses.
Mehr erfahren: CBAM und Stahl- und Aluminium-DPP
Kreislaufwirtschaft
Eine Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, das Materialien und Produkte durch Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung und Recycling möglichst lange im Einsatz hält, anstatt sie zu entsorgen. Sie ist das zentrale Ziel hinter der ESPR und dem Digitalen Produktpass. Der DPP ermöglicht Kreislaufwirtschaft, indem er die Daten zur Reparatur, Wiederverwendung und zum Recycling eines Produkts allen in der Kette zugänglich macht.
Mehr erfahren: Wie die ESPR Kreislaufwirtschaft fördert
CIRPASS
CIRPASS ist die EU-finanzierte Initiative, die das sektorübergreifende Konzept und die technische Grundlage für den Digitalen Produktpass definiert hat. Ihre Arbeit prägte das Datenmodell, die Interoperabilitätsprinzipien und die Referenzarchitektur, die nun in die ESPR-Delegierten Rechtsakte einfließen. CIRPASS ist ein zentraler Bezugspunkt dafür, wie DPPs strukturiert sein sollen.
Mehr erfahren: Woher DPP-Standards kommen
D
Datenträger
Ein Datenträger ist die physische Kennzeichnung auf einem Produkt, die es mit seinem Digitalen Produktpass verbindet - meist ein QR-Code, eine Data-Matrix oder ein NFC-Tag. Das Scannen des Trägers führt zur eindeutigen Webadresse des Passes. Die ESPR verlangt, dass der Träger auf dem Produkt, seiner Verpackung oder den Begleitunterlagen vorhanden ist.
Mehr erfahren: DPP-Datenträger auswählen
Delegierter Rechtsakt
Ein delegierter Rechtsakt ist eine rechtsverbindliche EU-Regel, die die Europäische Kommission erlässt, um die in einem Rahmengesetz wie der ESPR offen gelassenen Detailanforderungen festzulegen. Für jede Produktgruppe legt ein ESPR-Delegierter Rechtsakt die genauen DPP-Datenfelder, Leistungsschwellen und Fristen fest. Deshalb können ein Textil-DPP und ein Batteriepass sehr unterschiedliche Anforderungen und Fristen haben.
Mehr erfahren: So funktionieren ESPR-Delegierte Rechtsakte
Digital-Link-Resolver
Ein Digital-Link-Resolver ist der Webdienst, der einen gescannten GS1 Digital Link entgegennimmt und den Nutzer an das richtige Ziel weiterleitet, etwa den Digitalen Produktpass des Produkts. Er kann unterschiedliche Zielgruppen aus demselben Code zu verschiedenen Seiten leiten - Verbraucher zu einer Anleitung, Recycler zu Entsorgungsdaten. Der Resolver ist die Brücke zwischen einem physischen Datenträger und den Live-Passdaten online.
Mehr erfahren: So funktioniert ein Digital-Link-Resolver
Digitaler Produktpass
Ein Digitaler Produktpass (DPP) ist ein strukturierter, maschinenlesbarer Datensatz zu Identität, Materialien, Nachhaltigkeit und Compliance eines Produkts, der durch Scannen eines Datenträgers wie eines QR-Codes abgerufen wird. Die EU macht DPPs für die meisten im Binnenmarkt verkauften physischen Produkte im Rahmen der ESPR verpflichtend. Käufer, Recycler und Behörden können so über den gesamten Lebenszyklus geprüfte Produktinformationen abrufen.
Mehr erfahren: DPP-Einführungsfahrplan 2025-2030
E
Wirtschaftsakteur
Ein Wirtschaftsakteur ist jedes Unternehmen in der Lieferkette, das die ESPR für die Compliance verantwortlich macht - dazu zählen Hersteller, Bevollmächtigter, Importeur, Händler und Fulfilment-Dienstleister. Der Akteur, der ein Produkt auf dem EU-Markt in Verkehr bringt, ist für die Erstellung und Pflege seines Digitalen Produktpasses verantwortlich. Jeder Akteur hat eine eindeutige Akteurskennung, die im Pass referenziert wird.
Mehr erfahren: Wen die ESPR in die Pflicht nimmt
Graue Emissionen
Graue Emissionen sind die gesamten Treibhausgasemissionen, die bei Gewinnung, Herstellung und Transport eines Produkts vor seiner Nutzung anfallen, gemessen in kg CO2-Äquivalent. Bei kohlenstoffintensiven Materialien wie Stahl und Aluminium sind sie ein vorgeschriebenes Feld des Digitalen Produktpasses und eine CBAM-Meldegröße. Die Senkung grauer Emissionen ist zentral für die Produktdekarbonisierung.
Mehr erfahren: CO2-Daten für Stahl- und Aluminium-DPP
EPD
Eine Umweltproduktdeklaration (EPD) ist ein standardisiertes, unabhängig geprüftes Dokument, das die Umweltwirkungen eines Produkts über den Lebenszyklus auf Basis einer Ökobilanz ausweist. Sie ist in Bau und Werkstoffen weit verbreitet und liefert CO2- und Wirkungsdaten für einen Digitalen Produktpass. EPDs folgen ISO 14025 und EN 15804 und geben Käufern vergleichbare Umweltdaten.
Mehr erfahren: EPDs im Stahl- und Aluminium-DPP
ESPR
Die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR), Verordnung (EU) 2024/1781, ist das EU-Rahmengesetz, das Nachhaltigkeits- und Kreislaufanforderungen für Produkte festlegt und den Digitalen Produktpass vorschreibt. Sie ersetzt die ältere Ökodesign-Richtlinie und gilt für nahezu alle physischen Waren, wobei die Regeln je Produktgruppe über delegierte Rechtsakte festgelegt werden. Die ESPR trat im Juli 2024 in Kraft.
Mehr erfahren: ESPR-Verordnungsleitfaden
EU-Batterieverordnung 2023/1542
Die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 ist das Nachhaltigkeits- und Sorgfaltspflichtengesetz für in der EU in Verkehr gebrachte Batterien und die erste Verordnung, die einen Digitalen Produktpass verlangt. Sie schreibt ab dem 18. Februar 2027 einen Batteriepass für Industrie-, EV- und LMT-Batterien über 2 kWh vor. Sie regelt zudem CO2-Fußabdruck, Rezyklatanteil, Sammlung und Lieferketten-Sorgfaltspflichten.
Mehr erfahren: Batteriepass-Lösung
Erweiterte Herstellerverantwortung
Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) ist ein Politikinstrument, das Hersteller finanziell und operativ für ihre Produkte am Lebensende verantwortlich macht - einschließlich Sammlung, Recycling und Entsorgung. Hersteller zahlen Gebühren, die Rücknahme- und Recyclingsysteme finanzieren. Ein Digitaler Produktpass liefert die Material- und Recyclingdaten, die EPR-Systeme zur Bewertung von Produkten benötigen.
Mehr erfahren: EPR-Daten im Verpackungs-DPP
G
GS1 Digital Link
GS1 Digital Link ist ein Web-URI-Standard, der eine Produktkennung wie eine GTIN in eine anklickbare, scanbare Webadresse verwandelt. Es ist die Trägersyntax, die die EU empfiehlt, um einen QR-Code mit einem Digitalen Produktpass zu verbinden. Ein einziger Digital Link kann je nach scannender Person zu verschiedenen Zielen führen - einem Pass, einer Anleitung oder einer Recyclingseite.
Mehr erfahren: Technischer Leitfaden GS1 Digital Link
GTIN
Eine GTIN (Global Trade Item Number) ist die GS1-Standard-Barcodenummer, die einen Handelsartikel weltweit eindeutig identifiziert. Sie ist die häufigste Grundlage für die eindeutige Produktkennung in einem Digitalen Produktpass. In einen GS1 Digital Link eingebettet, wird eine GTIN zur Webadresse, auf die ein QR-Code verweist.
Mehr erfahren: GTINs in einem Digital Link nutzen
M
R
Rezyklatanteil
Rezyklatanteil ist der Anteil des Produktmaterials, der aus recycelten statt aus Primärquellen stammt, ausgedrückt als Gewichtsprozent. Die ESPR und sektorale Vorschriften setzen zunehmend Mindestwerte für den Rezyklatanteil fest und verlangen die Angabe im Digitalen Produktpass. Es ist eine zentrale Kreislaufwirtschaftskennzahl, die Käufer und Behörden prüfen.
Mehr erfahren: Rezyklatanteil im Textil-DPP
Reparierbarkeit
Reparierbarkeit beschreibt, wie leicht ein Produkt repariert werden kann, bewertet anhand von Faktoren wie Ersatzteilverfügbarkeit, einfacher Zerlegbarkeit und Zugang zu Reparaturinformationen. Die ESPR kann eine Reparierbarkeitsbewertung und Ersatzteildaten im Digitalen Produktpass verlangen, um die Produktlebensdauer zu verlängern. Höhere Reparierbarkeit reduziert Abfall und unterstützt das Recht auf Reparatur.
Mehr erfahren: Reparierbarkeitsdaten für Elektronik-DPP
S
SCIP-Datenbank
Die SCIP-Datenbank ist die EU-Datenbank für besorgniserregende Stoffe in Erzeugnissen oder komplexen Gegenständen (Produkten), betrieben von der Europäischen Chemikalienagentur. Unternehmen müssen SCIP melden, wenn ein Erzeugnis einen besonders besorgniserregenden Stoff über 0,1 Gewichtsprozent enthält. Ihre Daten fließen direkt in die Felder für besorgniserregende Stoffe eines Digitalen Produktpasses ein.
Mehr erfahren: Stoffdaten für Elektronik-DPP
Besorgniserregender Stoff
Ein besorgniserregender Stoff ist eine Chemikalie, die Gesundheit oder Umwelt schädigt und deren Vorkommen in einem Produkt angegeben werden muss, etwa ein besonders besorgniserregender Stoff nach REACH. Die ESPR verlangt, dass der Digitale Produktpass besorgniserregende Stoffe offenlegt, damit Käufer und Recycler das Produkt sicher handhaben können. Diese Transparenz ist einer der Kernzwecke des DPP.
Mehr erfahren: Stoffverfolgung im Elektronik-DPP
U
Eindeutige Produktkennung
Eine eindeutige Produktkennung (UPI) ist der Code, der ein Produkt, Modell oder Exemplar eindeutig identifiziert, damit sein Digitaler Produktpass gefunden und als vertrauenswürdig eingestuft werden kann. Die ESPR definiert eindeutige Kennungen auf drei Ebenen - Produkt, Akteur und Betriebsstätte - meist auf Basis von GS1-Standards wie der GTIN. Die UPI ist das, was ein Datenträger kodiert und ein Resolver nachschlägt.
Mehr erfahren: Produktkennungen für DPP

